PhotoWissen Band 3: Kontrast

Titelabbildung NaturWissenschaft + Photographie Band 3 Kontrast
Band 3 der Reihe PhotoWissen beleuchtet das Themenfeld Kontrast:

Was ist Kontrast und wie bestimmt man ihn?
Warum ist der Kontrast für unsere visuelle Wahrnehmung entscheidend?
Wie groß ist das Kontrastvermögen des visuellen Systems und von welchen Faktoren hängt es ab?
Wie viele Tonwerte können wir in einem Photo wahrnehmen?
Welche Erwartungen haben wir an die Kontrastreproduktion einer Photographie?
Wie erfüllen wir diese Erwartungen in der analogen bzw. digitalen Photographie?
Wovon hängt das Kontrastvermögen unserer Bildträger ab?
Was hat es mit der Gammakorrektur auf sich?
Welche Rolle spielt der Kontrast für die Belichtungsmessung?

Kapitel 1 legt das wesentliche Fundament, indem es das Konzept des Kontrasts selbst ergründet: was wir mit diesem Begriff eigentlich meinen, die Bedeutung logarithmischer Skalen, den Unterschied zwischen globalem und lokalem Kontrast, objektive Messmethoden (Michelson, RMS usw.) sowie die entscheidende Idee des Dynamikumfangs – sowohl in realen Szenen als auch in den Aufnahmemedien.

Kapitel 2 verlagert den Fokus auf die menschliche Wahrnehmung und erklärt, warum Kontrast kein bloßes Detail ist, sondern der absolut wichtigste Träger visueller Informationen für unsere Spezies. Unser visuelles System bildet Helligkeitsverhältnisse nicht naturgetreu ab; stattdessen konstruiert es die wahrgenommene Welt fast ausschließlich aus Diskontinuitäten – also Kanten –, da dies die neurologisch effizienteste Methode ist, eine komplexe Umgebung bei begrenzter Bandbreite zu kodieren. Die Leser lernen dabei die Kontrastempfindlichkeitsfunktion (CSF), die Rolle der Ortsfrequenz, die Auswirkungen der Umfeldhelligkeit (Simultankontrast, Crispening-Effekt) sowie Adaptationsmechanismen kennen, die über viele Größenordnungen hinweg wirken.

Kapitel 3 führt alles wieder in die Hände des Fotografen zurück. Es beginnt damit, jene weitgehend unausgesprochenen Erwartungen zu formulieren, die wir an jedes Bild herantragen: dass Lichter offen wirken, dabei aber ihren Mikrokontrast bewahren; dass Schatten detailreich bleiben, ohne unnatürlich hell zu erscheinen; und dass Mitteltöne eine gewisse Brillanz und Räumlichkeit aufweisen. Anschließend untersuchen wir, wie traditionelle Silberhalogenidfilme – insbesondere chromogene Negativ- und Umkehrmaterialien – über ein Jahrhundert hinweg empirisch so weiterentwickelt wurden, dass sie diese wahrnehmungsbezogenen Erwartungen fast schon zufällig perfekt erfüllten. Digitale Sensoren hingegen folgen einer grundlegend anderen Physik: Lineare Kodierung, feste Sättigungskapazitäten (Saturation Wells), Ausleserauschen sowie die Dominanz des Photonenschrotrauschens bei niedrigen Signalpegeln erzeugen ein charakteristisch anderes Kontrastverhalten. Das Kapitel erläutert detailliert, wie man die tatsächliche elektrooptische Übertragungsfunktion eines Sensors misst, wie Tonwertkurven und „Filmsimulationen“ versuchen, diese Kluft zu überbrücken, und welche praktischen Strategien es gibt, um subjektive Ziele hinsichtlich der Bildqualität in einem digitalen Workflow zu erreichen.

Die abschließenden Abschnitte widmen sich zwei wiederkehrenden Quellen der Verwirrung: der Frage, warum eine korrekte digitale Belichtung dem Schutz der Lichter Vorrang vor dem alten Film-Mantra „Belichte auf die Schatten“ einräumt, sowie den erweiterten Möglichkeiten – aber auch den Fallstricken – der Kontrastmanipulation bereits im Moment der Aufnahme (Mehrfachbelichtungen, Verlaufsfilter, kamerainternes HDR usw.).



Inhaltsverzeichnis (PDF)

Leseprobe 1 (PDF)

Leseprobe 2 (PDF)



Jörg Sczepek
PhotoWissen Band 3
Kontrast
17x22 cm, 136 Seiten, EUR 14,80 incl. MwSt
54 SW-Abb., 24 Farb-Abb.
ISBN 9783842337527

Hier bekommen Sie Ihren Band der Serie

  • Offline beim Buchhändler Ihres Vertrauens
  • Online bei Amazon
  • Online bei Thalia